Alles über TMS

Übersicht:

01. TMS, eine Krankeit aber 2 Bezeichnungen
02. Physiologie von TMS (Muskelbezogen)
03. Psychologie von TMS
04. Die Angst vor dem Schmerz
05. Nicht nur Schmerzen….die Äquivalente von TMS
06. Der Symptomimperativ
07. Gefühle – so überwältigend, so schmerzhaft
08. Die eingeschränkte Bewegung und die Angst vor der Bewegung
09. Behandlung von TMS

 

01. TMS, eine Krankeit aber 2 Bezeichnungen

Damals Tension-Myositis-Syndrom heute Tension-Myoneural-Syndrom, wie kommt das und was bedeuten die Wörter übersetzt?

Tension = Anspannung (nach meiner Auffassung die innere Anspannung, die auf den Körper übertragen wird)
Myo = Muskel – (Myositis = eigtl. Muskelentzündung)
Neural = Nerven
Syndrom: Symptomenkomplex der für eine Krankheit charakteristisch ist

Sarno hatte anfangs angenommen das TMS nur in dem Muskelgewebe auftritt. Er stellte jedoch später fest, dass auch Nerven- und Sehnengewebe angegriffen werden und nannte es dann später Tension-Myoneural-Syndrome.

Wichtig: Die Bedeutung von „Tension“.

Ich weiß leider nicht ob es in dem aktuellen Buch von Sarno ein Übersetzungsfehler ist. Dort wird nämlich TMS mit „Muskelverspannungsyndrom bezeichnet (und Tension wird leider nicht weiter definiert). Obwohl im alten Buch, mit Tension die innere Spannung gemeint ist und TMS mit Spannungs-Muskel-Syndrom bezeichnet wird. Aus dem aktuellen Buch liest es sich jedoch nicht eindeutig heraus, dass er annimmt dass die Muskelanspannung maßgebend für die Krankheit ist, was ich für sehr wichtig halte. Weiters erfahren Sie im Abschnitt „Physiologie von TMS“

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02. Physiologie von TMS (Muskelbezogen)

Die Physiologie von TMS hat ihren Anfang im Gehirn. Emotionen wie Trauer, Wut und Angst die hier unterdrückt werden, lösen einen Prozess im vegetativen Nervensystem* aus,  welches den Blutfluss zu bestimmten Muskeln verlangsamt, was bedeutet dass, das Gewebe weniger Sauerstoff erhält (nach meiner Definition ausgelöst durch Dauerkontraktion des Muskels, also Nerven weisen eine Dauerkontraktion an und dann folgen genannte und die darauf folgenden genannten Aktionen) und dies führt in einigen Schritten zur Milchsäurebildung. Diese Säure tut dann die Sinneszellen des Muskels reizen. Bei einer dauerhaften Anspannung des Muskels herrscht im Bereich  der Schmerzrezeptoren ein Überschuss an Säure, welche mit dem Blut nicht ausreichend weggeschwemmt werden kann und dies ruft dann Schmerzen hervor (das Milchsäureschema wurde nicht in Sarno’s Büchern erwähnt).

Sarno sagt, dass die Schmerzen von dem Sauerstoffmangel im Muskelgewebe herrühren, dies aber nicht bedeutet, dass der Muskel „angespannt“ sei. Ich denke aber ein dauerhaft angespannter Muskel ist eine Vorlage für einen Sauerstoffmangel und den daraus resultierenden Schmerzen.
Im Großen und Ganzen bin ich der Auffassung dass die dauerhafte Anspannung der Muskulatur zu Schmerzen führen kann und andererseits, wie Sie an dem Wörtchen „kann“ erkennen können, es nicht garantiert Schmerzen gibt. Sarno spricht ja auch von den so genannten Triggerpunkte**, die ein TMS Patient üblicherweise aufweist (typisch: im Nacken-Schulterbereich, unterer Rücken und Gesäß). Wer sich mit dem Thema Triggerpunkte auskennt, weiß auch dass es stumme Triggerpunkte gibt. Also Punkte die keine Schmerzen verursachen. Warum dass so ist, dazu habe ich leider bisher auch keine Erklärung gefunden. So wie ich auch nicht erklären kann warum dauerkontrahierte Muskeln nicht schmerzen müssen. Jedoch, aktive wie passive Triggerpunkte strahlen Schmerzen aus wenn man sie gezielt mit manuellem Druck bearbeitet.

Ein interessantes Phänomen bei chronischer Muskelkontraktion ist, dass einige Leute meinen ihre Muskeln seien schwach oder ihr Arzt habe ihnen erzählt, dass sie eine schwache Muskulatur haben und daher die Schmerzen kommen. In Wirklichkeit sind die Muskeln aber relativ stark, jedoch durch die chronische Kontraktion überarbeitet und übermüdet.

*Erklärung vegetatives Nervensystem:

Reguliert die lebenswichtigen Funktionen, die ohne bewusste Steuerung funktionieren wie z.B.  Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung, Blase, Schweißdrüsen, Stoffwechsel usw.

**Erklärung Triggerpunkt:

Ist eine Verhärtung im Muskelgewebe, welche schmerzhaft sein kann. Meist liegt der Triggerpunkt außerhalb des Schmerzgebietes (d.h. er strahlt den Schmerz aus). Bei vielen Therapeuten herrscht die Problematik, dass die schmerzende Stelle „bearbeitet“ wird, obwohl der Schmerzverursacher (der Triggerpunkt) an einer anderen Stelle sitzt und nicht behandelt wird. Triggerpunkte entstehen meist aus einer Fehl- und Überbelastung des Muskels aber können auch eine Folgeerscheinung nach z.B. Verletzungen, Operationen und Spritzenbehandlungen sein. Wichtig: Genannt wird auch Stress als Triggerpunktauslöser (Dr. med. Bauermeister – Schmerzfrei durch Trigger-Osteopraktik 2008).

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03. Psychologie von TMS

Bevor ich hier die Psychologie von TMS erörtere, sollten Sie ein Verständnis über den „Aufbau“ der Psyche haben um manche Erklärungen zu verstehen.

Hierzu stelle ich Ihnen meinen Artikel „Ich bin Ich?!“ vor.

Ich bin Ich?!

Ich möchte nur ich selbst sein. Ist das eigentlich zu viel verlangt? So wie es scheint, ja. Innere und äußere Umstände zwingen einem immer wieder oder gar ständig anders zu sein. Was passiert wenn man sich ständig anders verhält als die eigentliche Natur es einem vorgibt? Die Natur, damit ist das “Es” gemeint, wie es Freud ausgedrückt hat oder einfach schlicht: das Unterbewusstsein. Freud hat als erster dargelegt, dass wir uns nur eines Teils unserer geistigen Aktivitäten bewusst sind und dass sehr viel von unserem Denken und Fühlen sich komplett außerhalb unseres Bewusstseins abspielt, nämlich im Unterbewusstsein. Freud hat nicht nur das Es definiert sondern auch das Ich und das Über-Ich. Das Es ist der kindliche, selbstbezogene und primitive Teil der Psyche. Das Ich interpretiert die Welt für das Es und schützt es davor. Das Ich muss dafür rational, logisch und sich der Zeit bewusst sein (dass ist das Es nicht!). Und dann kommt noch das Über-Ich. Das Über-Ich ist nicht nur darauf aus zu überleben, wie das Ich, sondern dass man als ein erfolgreiches und leistungsfähiges Individuum überlebt. Dem Über-Ich reicht es nicht nur aus moralisch zu sein, sondern man muss vollkommen und gut sein. Und wie reagiert das Es darauf? Den Druck, den wir auf uns selbst ausüben oder andere und das Wirken des Über-Ich machen das Es wütend. So unter Druck gesetzt kann es zu einem wachsenden Maße an Wut, Traurigkeit und seelischen Schmerz führen. Zu dem Schmerz und dem Ärger, der in der Kindheit erzeugt wurde, kommen nun die Gefühle die aus dem Konflikt zwischen dem Es und den Zwängen, die das Leben uns jetzt auferlegt, z.B. Beziehungen, Arbeit, soziale Verpflichtungen usw. und dem Über-Ich erwachsen.

Das alles wäre vielleicht alles halb so schlimm, wenn nicht der ein oder andere „unschöne“ Gefühle bewusst oder unbewusst verdrängen würde. Denn das dauerhafte Zurückhalten und Verdrängen von Gefühlen lässt den Menschen sinnbildlich implodieren. Die Muskeln ziehen sich an bestimmten Stellen zusammen (die Blutzirkulation verlangsamt sich) und erzeugen, wie im Abschnitt – Physiologie – erklärt, Schmerzen. Bis eben der innerliche Konflikt zwischen dem Es, dem Ich und dem Über-Ich gelöst wird.

Um solch eine Schmerzperiode einzuläuten, nutzt die Psyche scheinbar jede Gelegenheit wie zum Beispiel Stürze auf dem Eis oder einer Treppe, Die sind natürlich für einige Zeit sehr schmerzhaft aber sollten einem nicht das ganze Leben verfolgen. Viele bekommen, wenn sie Schmerzen bekommen, dann genau an dieser Stelle wo sie schon einmal drauf gefallen sind. Aber auch bei Sportarten wie z.B. Jogging, Tennis oder Basketball fingen bei vielen Menschen die Schmerzsymptome an. Es gibt auch Vorfälle die ganz trivial sind wie z.B. etwas vom Boden aufheben, sich umdrehen oder sich auf die Coach legen, sie können jedoch genauso starke Schmerzen verursachen, wie wenn jm. versucht einen schweren Kühlschrank anzuheben. Bei anderen wiederum entwickelt sich der Schmerz im Laufe der Zeit. Er fing klein an und man weiß manchmal gar nicht mehr wann es genau anfing und dann gibt es noch welche die gar kein Auslöser benötigen, bei denen ist dann der Schmerz auf einmal morgens nach dem aufwachen da. Bei mir fing es ja mit einer Sehnenscheidenentzündung an, die eigentlich irgendwann ausgeheilt sein sollte, das tat sie aber nie! Ich habe bis heute in dieser bestimmen Ellbogengegend Schmerzen, wenn ich wieder psychisch unter Druck stehe oder bestimmte Bewegungen mache, wo ich damals immer Schmerz erfahren habe.

Viele Menschen erklären sich (oder der Arzt) als Ursache für die Schmerzen, das Vorhandensein einer Verletzung oder Spätfolgen einer Verletzung, sowie „Abnutzung“ (altersbedingt) oder schwache Muskeln. Diese Gründe konnte Sarno bei tausenden von Patienten widerlegen. Ein ganz besonderer und bedeutender Fall ist da der berühmt berüchtigte Bandscheibenvorfall! (Zu dem Thema werde ich bald eine Seite erstellen.)

Sie haben jetzt vielleicht verstanden dass unsere Psyche Schmerzen verursachen kann, wenn wir innerliche Konflikte haben und diese nicht wahrnehmen möchten oder nicht wahrnehmen können aber wozu all die Schmerzen? Da wir scheinbar ein Problem mit diesem innerlichen Konflikt haben und wir daran nicht arbeiten können/wollen und um zu verhindern dass es noch schlimmer wird und in unser Bewusstsein gerät, will uns unsere Psyche davon ablenken, will unser Interesse auf den Körper lenken. Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt dann dem schmerzendem Körperteil und seiner Heilung. Man ist in der Tat gut abgelenkt und tut sich wahrscheinlich mit anderen Problemen weniger abmühen, da ja nun der Köper schmerzt  und nichts kann einen mehr fesseln als fiese Schmerzen. Nun leider ist das ja keine Lösung und bei denen, wo der Schmerz chronisch wird, häufen sich dadurch die persönlichen Probleme und es macht die Situation wahrlich nicht besser! (Andere Theorie folgt.)

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04. Die Angst vor dem Schmerz

Hinzukommt, dass vielen Patienten zig Vorschriften gemacht werden und sie dadurch Angst bekommen und dann nicht mehr den eigenen Körper frei und entspannt bewegen können.  Also, auf keinen Fall z. B. schwere Sachen so oder so heben oder diesen oder jenen Sport auf keinen Fall weiter betreiben oder passen sie auf diese oder jene Bewegung auf usw. Dazu kommen noch die eigenen Ängste vor Bewegungen wo man Schmerzen verursachen könnten. Und dies ist eine der übelsten Folgen von TMS – der Verlust von Vertrauen in seinen eigenen Körper. Plötzlich erscheint der eigene Körper wie ein große Glasskulptur die man ganz sachte behandeln müsste, nur darüber freuen sich nicht unsere Muskeln – die wollen bewegt werden – die sind verspannt, dauerkontrahiert und schlecht durchblutet. Wissen sie was man mit so einer zaghaften und vorsichtigen Haltung und Bewegung bewirkt? Noch mehr Verspannungen. Denn sie haben Angst und Angst erzeugt Muskelanspannung und dauerhafte Angst natürlich dauerhafte Muskelanspannung. Sie sehen ein Teufelskreiskauf aus dem sie nur heraus kommen können wenn sie die wahren Ursachen entdecken und dazu müssen sie in ihr Inneres schauen.

Gibt es da Ärger auf Arbeit, daheim, bei Freunden oder gab/gibt es eine schwere Zeit in ihren Leben, eine schwere Kindheit/Jugendzeit oder müssen sie darüber erst einmal ganz genau nachdenken? Bei mir dachte ich nämlich auch, was soll schon schlimmes in meinem Leben gewesen sein? Aber ich fand dann doch so einiges,… einiges was ich erfolgreich verdrängt habe. Es können aber auch schwerwiegende Verhaltensmuster sein, die einem gar nicht bewusst sind….die habe ich auch an mir entdeckt. Die Menschen in unserer Umgebung geben uns meist nicht einen offenen und ehrlichen Feedback über unser Verhalten, außer wenn es für die betreffende Person störend wirkt aber was ist mit dem anderen Verhalten? Das Verhalten, dass andere nicht stört aber selbstzerstörerisch ist? Dieses Verhalten habe ich in einen Gruppentherapie entdeckt bzw. mir wurde es von verschiedenen Personen erklärt. Wobei ich anmerken möchte, dass in meinen Augen eine reine Verhaltenstherapie nie als kompletter Problemlösungsweg angesehen werden kann. Hinter dem Verhalten steckt ja ein innerliches Problem.

Wenn sie die Gründe gefunden haben dann kann es Minuten, Stunden, Tage, Wochen oder Monate dauern bis der Schmerz weggeht, es kommt drauf an wie groß das Problem ist und wie sie damit umgehen. Lassen sie sich auf keinen Fall entmutigen. Bei einem geht’s schneller, beim anderen nicht. Vielleicht brauchen Sie auch  wie ich professionelle Hilfe um sich ihrer eigenen Gefühle bewusst zu werden.

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05. Nicht nur Schmerzen….die Äquivalente von TMS

Unterdrückte Emotionen können nicht nur den Muskeltonus beeinflussen sondern den ganzen Körper. Sarno nannte diese „die Äquivalente von TMS“. Darunter versteht man z.B. das „berühmte“ Magengeschwür sowie andere Störungen des Magen-Darm-Trakts, Akne und andere Hautkrankheiten, Asthma,  Schwindel, Tinnitus, häufiges Urinieren, Essstörungen, Störungen im Immunsystem und Neurasthenie (Ermüdungssyndrom) usw.

Äquivalente gibt es aber nicht nur auf der physischen Ebene, sondern auch auf der psychischen. So dienen Ängste, Depressionen und Zwangsneurosen zum gleichen Zweck, nämlich uns vom Hauptproblem abzulenken. Das kann ich auch gut aus meiner eigenen Erfahrung bestätigen, wobei noch ein weiter Faktor hinzukam, der Symptomimperativ.

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06. Der Symptomimperativ

Nachdem ich durch äußere Einflüsse meine übermäßige Körperanspannung verlor und ich auch viel weniger Schmerzen hatte, bekam ich plötzlich eine Depression und war sehr erschöpft. Da mein innerliches Problem ja noch nicht gelöst war, suchte sich meine Psyche einen anderen Ort in meinem Körper um mich abzulenken*. Diesmal die Psyche selbst! Einige von Sarno`s Patienten berichteten dass sie, nachdem die Schmerzen verschwanden andere Symptome auftraten. Zum Beispiel, bei einem Patienten kamen die alten Magenprobleme wieder und er fühlte sich auf einmal so ängstlich und ein anderer berichtete er litt dann, so wie ich, plötzlich an Depression. In diesem Falle wird zu einer Psychotherapie geraten, da beim Symptomimperativ das Hauptproblem noch nicht komplett entdeckt worden ist.

Der Symptomimperativ kann natürlich nicht nur von TMS auf eine Äquivalente oder anders rum gehen, sondern auch von einem TMS zum anderen TMS (das Gleiche auch bei einer Äquivalente). Das heißt z. B. wenn Sie am unteren Rücken Schmerzen haben und Sie diese durch eine Behandlung beseitigen können (durch evtl. den Placeboeffekt), kann TMS an einer anderen Stelle auftauchen, dann tut auf einmal z.B. ihr Nacken und der Kopf weh oder eine alte Verletzung.

*Anmerkung: Hier muss ich korrigieren. In meinem Fall war es kein anderer Ort. Sondern die „Depression“ bestand schon bereits. Ich habe Sie lediglich mit „Muskelkraft“ zurück gehalten um in meinem Lebensumfeld zu funktionieren.

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07. Gefühle – so überwältigend, so schmerzhaft

Sarno geht davon aus, dass durch unterdrückte Gefühle, Schmerzen und andere Krankheiten entstehen. Wie gesagt, damals hätte ich diese Aussage belächelt, wenn ich nicht heute gelernt hätte Gefühle aus meinem Unterbewusstsein in mein Bewusstsein zu holen und diese (ganz wichtig) adäquat behandele. Warum reagiere ich auf bestimmte Situationen so und nicht anders? Woran liegt das? Was ist der Auslöser? Und ist die Strategie die ich heute fahre gut für mich? Manche Sachen sind so festgefahren in uns, dass es nur sehr schwer ist sie zu ändern oder überhaupt festzustellen und manchmal benötigt man dazu professionelle Hilfe.

Ganz wichtige Gefühle beim Thema TMS sind Wut und Trauer. Nicht ausgelebte Wut macht irgendwann traurig und hilflos. Vielleicht werden Sie auf Arbeit nicht ernst genommen oder gar gemobbt oder in der Familie gibt es Probleme. Die schwierigste Wut ist die „nicht erlaubte Wut“, also die Wut die man sich verbietet oder in der Gesellschaft tabu ist. Eine bedeutende Quelle von Ärger und Groll, die uns meist nicht bewusst ist, kommt aus dem Verantwortungsgefühl gegenüber Personen, die uns sehr nahe stehen, wie Kinder, Eltern und der Partner. Obwohl wir diese Personen lieben, belasten sie uns und wir schlucken den entstandenen Ärger oft herunter. Wie ist es z.B. möglich sich über ein Baby oder alt gewordene Eltern zu ärgern?

Zum Beispiel: Manch einer muss sich um ein altes Familienmitglied kümmern und ist damit heillos überfordert. Unbewusst ist er total wütend, dass diese Person, sein Leben derart verändert und er nicht mehr alles machen kann, wie er gern möchte, weil es da eine Verpflichtung gibt und ständig hat man Sorgen. Aber wie kann man auf eine alte und hilflose Person wütend sein? Das darf doch nicht sein und deswegen wird das Gefühl unterdrückt oder noch bevor es entstehen kann unterdrückt.

Manche Menschen müssen große Lasten in ihrem Leben tragen und müssen immer funktionieren und lächeln, sie sind die typischen TMS-Patienten. Aber auch wenn Sie z.B. keine schwerwiegenden Probleme im Leben haben, kann auch ein geringes Selbstbewusstsein (Minderwertigkeitsgefühl) viel Schlimmes anrichten, vor allem wenn Sie ein typischer „Ja-Sager“ sind und es allen recht machen wollen. Im Grunde tun Sie dann viele Dinge nicht für sich, sondern für andere und das macht ihr „Es“ wütend (siehe Psychologie von TMS). Auch Perfektionismus, zu hoher Ehrgeiz und ein hohes Verantwortungsbewusstsein machen das „Es“ wütend. Sie tun sich damit selbst überfordern und sind dann auch wütend, wenn Sie ihre selbst zu hoch gesteckten Ziele nicht erreichen.

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08. Die eingeschränkte Bewegung und die Angst vor der Bewegung

Wenn man im Laufe der Zeit gelernt hat, dass einige Bewegungen Schmerzen verursachen können (ich betone „können“), dann tut man diese vermeiden und man legt sich die so genannte Schonhaltung zu. Die, nun ja, nicht gerade förderlich für den Genesungsprozess ist. Hinzu kommen noch spontane oder regelmäßige Schmerzattacken. Diese wiederkehrenden Attacken und die Angst vor einer weiteren Attacke, sowie die Angst vor körperlicher Aktivität allgemein und die Befürchtung keine helfende Behandlung zu finden, sind charakteristisch für TMS.

Besonders bei Patienten mit chronischen Schmerzen, ist es eine große Qual. Ich empfand es als unerträglich, mich nicht einfach frei und ohne Sorgen bewegen zu können. Hinter sehr vielen Bewegungen vermutete ich den Schmerz der gleich kommen könnte. Diese permanente Angst, hat mich ziemlich isoliert, sämtliche Freizeitaktivitäten wollte ich dann nicht mehr machen aus Angst vor dem Schmerz. Zum Glück habe ich das Gröbste hinter mir. Es gibt immer noch ein paar Sachen wovor ich Angst habe z.B. Joggen. Ich habe es damals geliebt zu laufen aber als damals die Sache mit meinem linken Bein anfing und nach einem kurzen Sprint ich daraufhin Schmerzen im Knie bekam, war für mich seitdem laufen etwas Negatives. Für diesen Sommer habe ich mir vorgenommen mich wieder ans Joggen zu gewöhnen, weil ich in letzter Zeit immer wieder Lust dazu hatte und dass nach so einer langen Zeit! Ich kann auch nur empfehlen sich wieder an bestimmte Bewegungen zu gewöhnen wenn Sie eine gewisse Lust danach verspüren. Ansonsten macht es kein Sinn sich etwas wieder anzugewöhnen, wenn die innere Angst noch zu groß ist. Hierzu kann ich Ihnen eine gute Körpertherapie empfehlen. Wobei ich jetzt auch gleich zum letzen Thema kommen möchte.

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09. Behandlung von TMS

Erst einmal muss ich sagen, dass es in Deutschland leider keine Therapeuten oder Ärzte gibt die sich auf TMS spezialisiert haben. Das liegt daran, dass TMS hierzulande noch eine sehr neue und auch eine fast unbekannte Krankheitsdiagnose ist, aber spezielle Therapeuten und Ärzte sind auch nicht notwendig, da es nur ein paar Grundprinzipien zu erlernen und zu bearbeiten gilt. Wer diese kognitiv und emotional verstanden hat und durcharbeiten kann, kann sich von seinen Schmerzen befreien (vorausgesetzt sie sind nicht körperlich bedingt).
Nach Sarno würde die Behandlung für TMS in etwa so aussehen:

-         eine 2-stündige Infoveranstaltung, wo die Krankheit TMS erklärt und erläutert wird (das Verstehen der Krankheit ist ein sehr wichtiger Aspekt)
-         Einzelgespräche mit Dr. Sarno
-         wenn notwendig eine Psychotherapie   und natürlich
-         eine gesunde Lebensweise

Bei manch einem hat schon das Lesen von Sarno’s Buch gereicht um die Schmerzen verschwinden zu lassen, weil Sarno’s Buch (bzw. Bücher) ja auch so was wie eine private Infoveranstaltung ist. Wie gesagt, sehr wichtig ist es die Krankheit zu verstehen. Danach kommt die Bearbeitung der unbewussten/unterdrückten Gefühle mit Dr. Sarno, was natürlich hier in Deutschland „etwas“ schwer  möglich ist.
Falls Sie alleine nicht weiterkommen sollten, könnte eine Psychotherapie helfen. Wichtig ist, wie ich finde, dass Sie ein tiefenpsychologisches Verfahren wählen. Dazu zählen 3 Therapien:

-         Psychoanalyse (bis zu 300 Therapiestunden)
-         Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (bis zu 60 Therapiestunden)
-         Psychoanalytische Kurzzeittherapie (bis zu 40 Therapiestunden)

Wobei ich klar sagen muss dass bei mir keine Therapie, Tagesklinik oder Reha große Fortschritte gebracht hat. Vielleicht hatte ich auch nur nicht die geeignetsten Therapeuten und anderen hilft eine Therapie sehr gut. Mir haben aber dann am meisten meine eigenen Forschungen in den Bereich Bewusstseinsarbeit weitergebracht bzw. Erlösung gebracht, also schmerztechnisch, sowie bezüglich der Depression. Dabei habe ich das beste Tool zum Ergründen von unbewusste/unterdrückte Gefühle und deren Befreiung entdeckt und zwar: „The Work“ von Byron Katie. Es ist ein Fragetool und es ist so einfach und so genial: 4 Fragen (+ Unterfragen) und Umkehrungen. Der Clou sind die Umkehrungen, denn sie beruhen auf dem allgemeinen Paradox-Prinzip und wer dieses versteht, ist in der Lage alle innerlichen Widersprüche, Kriege und Ablehnungen aufzulösen, welche Schmerz und Leid in uns erzeugen. Das Paradox-Prinzip kann man auch in einer Kurzfassung mit nur einer Umkehrung und einer Frage bearbeiten, wobei hier die Vorerfahrung aus „The Work“ sehr hilfreich ist, als Anfänger ist es oft schwierig die Antworten zu finden.

Ich habe zu diesen beiden Prinzipien/Techniken auf meinem Blog “Life of Love” Artikel erstellt und verweise an dieser Stelle auf diese:

Unter diesen LINK: Das verrückte Paradox-Prinzip verstehen und das Leben positiv verändern erfahren Sie alles zu dem Paradox-Prinzip.
Unter diesen LINK: Was ist „The Work“ von Byron Katie und wie funktioniert es? erfahren Sie alles zu dem Fragetool „The Work“ von Byron Katie.

Unter den beiden Links werden bzw. haben Sie erfahren dass Sie „The Work“ und die Kurzfassung vom Paradox-Prinzip in Eigenarbeit oder mit einem „Work-Partner/in“ machen können. Ich empfehle sehr die Arbeit mit einer anderen Person zusammen zu machen, der es ähnlich geht, so dass man sich gegenseitig befragen kann. Das Ganze allein zu machen ist durchaus möglich, aber viel schwieriger. Für jeden der gern „The Work“ und das Paradox-Prinzip anwenden möchte und leider keinen passenden Partner/in dafür findet, kann ich ab diesem Jahr 2016 Coaching für diesen Bereich anbieten.

Auf dieser Seite erfahren Sie alles zu meinem TMS Coaching bzw. Coaching für Bewusstseinsarbeit:
TMS Coaching

Weitere Tipps

Üben, üben, üben: Die meisten Probleme bestehen ja in unserem sozialen Umfeld, vielleicht können Sie auch in Rollenspielen in einer Therapiegruppe, die für Sie schwierigen Situationen üben und gleichzeitig das Feedback Ihrer Leidenskollegen erhalten. Denn; Sie müssen sich nicht nur gut fühlen sondern auch gut rüber kommen und ob Sie das tun, dass können meist andere Menschen besser beurteilen.

Bewegung, Bewegung, Bewegung: Ob Sie Therapie machen oder nicht oder ob Sie gesund sind oder nicht. Ich empfehle auch immer regelmäßig Sport zu machen (Wichtig: ein Sport der Ihnen Spaß macht) und sich ab und zu mal kreativ auszutoben (Bilder malen, mit den Kindern Sandburgen bauen, eine Geburtstagskarte basteln, ein Zimmer neu gestalten usw. … alles was Spaß macht). Bei diesen Aktivitäten werden Sie sich frisch und frei fühlen und auch stolz sein, wenn Sie sehen was Sie alles selber erschaffen und erreichen können. Passen Sie nur auf, dass Ihr Perfektionismus nicht durchkommt. Sonst wird’s unangenehm ;-)

One thought on “Alles über TMS

  1. Traude Metzner sagt:

    Leider ist das Buch von John F. Sarno ausverkauf. Da ich es von einer Bekannten
    geliehen habe und ich sooooo begeistert bin würde ich es gerne mir kaufen.

    Ich bin am Arbeiten und habe auch schon Erfolg damit, denn ich hatte seid meiner Kindheit immer wieder mit sehr großen Schmerzen zutun.

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